ATE ist expositionswegspezifisch
Orale, dermale und inhalative Toxizität werden getrennt bewertet. Bei Inhalation sind zusätzlich die Form des Expositionsmediums und die zugehörigen Einheiten zu beachten.
Welche Eingangswerte verwendet werden
Verwenden Sie geeignete experimentelle ATE-Werte oder die in CLP vorgesehenen Schätzwerte aus Kategorien, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Quelle und Wertetyp müssen erkennbar bleiben.
Grundidee der Additivitätsformel
Für berücksichtigte Bestandteile wird die Konzentration durch den jeweiligen ATE-Wert geteilt. Aus der Summe wird der ATE des Gemischs abgeleitet. Sonderregeln und unbekannte Anteile sind zusätzlich zu prüfen.
Unbekannte akute Toxizität
Fehlende Werte dürfen nicht still als ungefährlich behandelt werden. Der Anteil von Bestandteilen mit unbekannter akuter Toxizität kann die Bewertung und die Kommunikation auf dem Etikett beeinflussen.
Ergebnis gegen Kategorien prüfen
Der berechnete ATE-Wert wird für den jeweiligen Expositionsweg mit den CLP-Kriterien verglichen. Danach folgen Kennzeichnung und konsistente Angaben in Abschnitt 2 und 11.
Vereinfachtes Rechenbeispiel
Enthält ein Gemisch zwei oral akut toxische Bestandteile, wird für jeden Bestandteil cᵢ/ATEᵢ gebildet. ATEmix ergibt sich aus 100 geteilt durch die Summe. Vor Verwendung sind Berücksichtigungsgrenzen, geeignete Werte und unbekannte Anteile zu prüfen.
Checkliste
Häufige Fehler
Häufige Fragen
Wofür steht ATE?
Acute Toxicity Estimate, auf Deutsch Schätzwert Akuter Toxizität.
Kann ich einen oralen ATE für Inhalation verwenden?
Nein. Expositionswege und Einheiten sind getrennt zu behandeln.
Ist die Formel immer ausreichend?
Nein. Die anwendbaren CLP-Regeln, Eingangsdaten, Grenzwerte und unbekannten Bestandteile müssen vollständig geprüft werden.
Wo erscheint das Ergebnis im SDB?
Die Einstufung steht in Abschnitt 2; toxikologische Grundlagen und Wirkungen werden in Abschnitt 11 erläutert.
Kann eine Software die fachliche Verantwortung übernehmen?
Nein. Sie kann Daten strukturieren, Regeln anwenden und Widersprüche zeigen. Die regulatorische Verantwortung bleibt entsprechend der Rolle beim Hersteller, Importeur, nachgeschalteten Anwender oder Lieferanten und muss im betrieblichen Prozess einer fachkundigen Person zugeordnet sein.
Reicht das Sicherheitsdatenblatt eines Rohstofflieferanten aus?
Es ist eine zentrale Quelle, muss aber zur Identität, Qualität, Konzentration und Verwendung des tatsächlich eingesetzten Rohstoffs passen. Für das fertige Gemisch ist eine eigene, dokumentierte Bewertung erforderlich.
Primärquellen
Rechts- und Stoffdaten müssen vor einer produktbezogenen Verwendung erneut auf Aktualität geprüft werden.