Warum es M-Faktoren gibt
Bereits geringe Konzentrationen sehr toxischer Stoffe können für die aquatische Einstufung eines Gemischs relevant sein. Der Multiplikationsfaktor erhöht ihr Gewicht in der vorgesehenen Summierung.
Akut und chronisch getrennt prüfen
Ein Stoff kann unterschiedliche Faktoren für akute und langfristige Gewässergefahren besitzen. Der Datensatz muss eindeutig zeigen, welcher Faktor zu welcher Kategorie gehört.
Quelle und Stoffidentität kontrollieren
Prüfen Sie harmonisierte Einträge und geeignete aktuelle Stoffdaten. CAS, EG-Nummer, Stoffform und Eintrag müssen zusammenpassen.
M-Faktor in der Summierung
Der Gehalt des betreffenden Bestandteils wird nach den Formeln und Tabellen der Umweltgefahren mit dem anwendbaren Faktor gewichtet. Andere aquatische Kategorien werden entsprechend den CLP-Regeln einbezogen.
Auswirkung auf Abschnitt 2, 3 und 12
Das Ergebnis beeinflusst Einstufung und Kennzeichnung. Der verwendete Faktor muss zugleich in der Stoffdatenbasis und den relevanten SDB-Angaben nachvollziehbar sein.
Beispiel
Zwei Gemische enthalten denselben Anteil eines Aquatic Acute 1-Stoffs. Besitzt der Stoff einen M-Faktor größer als 1, kann sein Beitrag in der Summierung deutlich höher sein als bei einem Stoff ohne erhöhten Faktor.
Checkliste
Häufige Fehler
Häufige Fragen
Hat jeder umweltgefährliche Stoff einen M-Faktor?
Nein. Ein Faktor wird für besonders toxische Stoffe und die jeweilige Kategorie festgelegt oder abgeleitet.
Ist M = 10 eine Konzentration?
Nein. Es ist ein Gewichtungsfaktor in der Einstufungsmethode.
Kann ein Stoff zwei M-Faktoren haben?
Für akute und chronische Gefahren können getrennte Werte relevant sein.
Wo prüfe ich harmonisierte Faktoren?
Im anwendbaren Eintrag des Anhangs VI beziehungsweise in ECHA CHEM; zusätzliche Daten sind klar davon zu trennen.
Kann eine Software die fachliche Verantwortung übernehmen?
Nein. Sie kann Daten strukturieren, Regeln anwenden und Widersprüche zeigen. Die regulatorische Verantwortung bleibt entsprechend der Rolle beim Hersteller, Importeur, nachgeschalteten Anwender oder Lieferanten und muss im betrieblichen Prozess einer fachkundigen Person zugeordnet sein.
Reicht das Sicherheitsdatenblatt eines Rohstofflieferanten aus?
Es ist eine zentrale Quelle, muss aber zur Identität, Qualität, Konzentration und Verwendung des tatsächlich eingesetzten Rohstoffs passen. Für das fertige Gemisch ist eine eigene, dokumentierte Bewertung erforderlich.
Primärquellen
Rechts- und Stoffdaten müssen vor einer produktbezogenen Verwendung erneut auf Aktualität geprüft werden.