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CLP · Einstufung und Kennzeichnung

M-Faktor in der CLP-Einstufung von Gemischen

Ein M-Faktor gewichtet besonders stark gewässergefährdende Bestandteile in der Summierung. Er gehört zu einem bestimmten Stoff und einer akuten oder chronischen Umweltkategorie; ein Faktor darf nicht pauschal auf andere Stoffe oder Gefahren übertragen werden.

01

Warum es M-Faktoren gibt

Bereits geringe Konzentrationen sehr toxischer Stoffe können für die aquatische Einstufung eines Gemischs relevant sein. Der Multiplikationsfaktor erhöht ihr Gewicht in der vorgesehenen Summierung.

02

Akut und chronisch getrennt prüfen

Ein Stoff kann unterschiedliche Faktoren für akute und langfristige Gewässergefahren besitzen. Der Datensatz muss eindeutig zeigen, welcher Faktor zu welcher Kategorie gehört.

03

Quelle und Stoffidentität kontrollieren

Prüfen Sie harmonisierte Einträge und geeignete aktuelle Stoffdaten. CAS, EG-Nummer, Stoffform und Eintrag müssen zusammenpassen.

04

M-Faktor in der Summierung

Der Gehalt des betreffenden Bestandteils wird nach den Formeln und Tabellen der Umweltgefahren mit dem anwendbaren Faktor gewichtet. Andere aquatische Kategorien werden entsprechend den CLP-Regeln einbezogen.

05

Auswirkung auf Abschnitt 2, 3 und 12

Das Ergebnis beeinflusst Einstufung und Kennzeichnung. Der verwendete Faktor muss zugleich in der Stoffdatenbasis und den relevanten SDB-Angaben nachvollziehbar sein.

Praxis

Beispiel

Zwei Gemische enthalten denselben Anteil eines Aquatic Acute 1-Stoffs. Besitzt der Stoff einen M-Faktor größer als 1, kann sein Beitrag in der Summierung deutlich höher sein als bei einem Stoff ohne erhöhten Faktor.

Checkliste

Stoffidentität bestätigt
akuter und chronischer Faktor getrennt
Quelle und Prüfdatum gespeichert
Summierungsgruppe korrekt
Abschnitt 12 fachlich konsistent

Häufige Fehler

×M-Faktor als Prozentwert lesen
×akuten Faktor für chronische Berechnung verwenden
×fehlenden Faktor automatisch als 1 bestätigen
×Faktor eines ähnlichen Stoffes übernehmen
Fragen aus der Praxis

Häufige Fragen

Hat jeder umweltgefährliche Stoff einen M-Faktor?

Nein. Ein Faktor wird für besonders toxische Stoffe und die jeweilige Kategorie festgelegt oder abgeleitet.

Ist M = 10 eine Konzentration?

Nein. Es ist ein Gewichtungsfaktor in der Einstufungsmethode.

Kann ein Stoff zwei M-Faktoren haben?

Für akute und chronische Gefahren können getrennte Werte relevant sein.

Wo prüfe ich harmonisierte Faktoren?

Im anwendbaren Eintrag des Anhangs VI beziehungsweise in ECHA CHEM; zusätzliche Daten sind klar davon zu trennen.

Kann eine Software die fachliche Verantwortung übernehmen?

Nein. Sie kann Daten strukturieren, Regeln anwenden und Widersprüche zeigen. Die regulatorische Verantwortung bleibt entsprechend der Rolle beim Hersteller, Importeur, nachgeschalteten Anwender oder Lieferanten und muss im betrieblichen Prozess einer fachkundigen Person zugeordnet sein.

Reicht das Sicherheitsdatenblatt eines Rohstofflieferanten aus?

Es ist eine zentrale Quelle, muss aber zur Identität, Qualität, Konzentration und Verwendung des tatsächlich eingesetzten Rohstoffs passen. Für das fertige Gemisch ist eine eigene, dokumentierte Bewertung erforderlich.

Primärquellen

Rechts- und Stoffdaten müssen vor einer produktbezogenen Verwendung erneut auf Aktualität geprüft werden.

PJ
Fachautor

Paweł Jagieniak · Chemietechnologe

Praxisorientierte Aufbereitung von Sicherheitsdatenblättern, CLP-Einstufung und kontrollierten Stoffdaten. Fachinformationen ersetzen keine produktbezogene Prüfung und Freigabe.

Nächster Schritt

Vom Fachwissen zum kontrollierten Arbeitsablauf

Legen Sie Ihren deutschen Arbeitsbereich an und besprechen Sie, welche Daten und Prüfungen Ihr Team benötigt.

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